Rax – Zerbenriegelsteig (I), Zahmes Gamseck

10. Okt. 2010
Aufstieg:

Via Altenberg a. d. Rax: Vom Parkplatz beim Naßkamm auf den Naßkamm. Abstieg Richtung Rehboden und nach einigen Höhenmetern rechts auf altem Jagasteig Richtung Ende Reistal. Fortstraße in Kehren bis zum Rand des Gamseckgrabens. Durch Hochwald hinauf  (tw weglos, Steigspuren) in die Schütt zum Einstieg bei großem Block (Steinmandl). Via Zerbenriegelsteig zum Gamseck.

Abstieg:

Abstieg via Zahmes Gamseck, Naßkamm und zum Ausgangspunkt.

Bemerkung:

Auf den Spuren von Daniel Inthaler (Bergführer und Holzfäller aus Naßwald). Erstbegehung von Inthaler und den Gebrüdern Zsigmondy sowie August von Böhm am 6.10.1878.

1879 schreibt die Österreichische Alpenzeitung über einen Damenbesuch auf Raxsteigen folgenden Text: „Am 19. d. M. haben zwei Damen, Frl. Ella Böhm und Frl. Paula Kautz in Begleitung der Herren August Böhm und Gebrüder Otto und Emil Zsigmondy folgende Tour auf die Rax gemacht: Bärenlochsteig herab bis zur Kreuzung mit der Wildfährte; auf dieser hinauf bis zum Gamseckplateau, von wo aus der Abstieg über den gefürchteten Zerbenriegelsteig genommen wurde. Gewiss eine, zumal für Damen, brillante Leistung“.

Das Jahrbuch des Schweizer Alpenclubs vermerkt im Jahr 1888: „2. April. Raxalpe (Niederösterreich. Kalkalpen). L. Kutalek und R. Schmitt ohne Führer. Die Beiden wollten den Berg über den sogen. Zerbenriegelsteig besteigen. Auf einer Wand oberhalb eines Schneefeldes glitt Kutalek beim Anstiege aus, stürzte ab und blieb todt unterhalb des Schneefeldes liegen. Die Touristen trugen keine Steigeisen und waren nicht angeseilt. Siehe Oesterreichische Alpenzeitung Nr. 241 u. Oesterreichische Touristenzeitung VIII Nr. 8.“

Landschaftlich einmalig schöner Durchstieg durch die Kahlmäuer, Stille und Einsamkeit in einem der verlassensten Eck der Rax. Steig tw. bezeichnet  mit roten Markierungen. Tw. brüchig  rel. leichte Orientierung. Unschwierig aber sehr ausgesetzt auf „Zerbenband“ in Schlucht. Für Raxromantiker und -puristen.

Wetter: Goldener Oktobertag, kalt, klar
Einkehr/Unterkunft: Altenbergerhof