Schneealpe – Windberg (1.903 m) via Lurgbauer, diverse Abfahrten

Exkurs:

Über die Anfänge des Skilaufs auf der Schneealpe in den 1890er Jahren:

„Und wie oft haben wir, in Unkenntnis der Gefahren der winterlichen Bergnatur lawinöse Steilhänge durchquert, sind ahnungslos mutterseelenallein und ohne mit den nötigsten Behelfen ausgerüstet zu sein, durch winterliches Gebirge, über stürmische Alpenkämme gezogen. Wenn ich eingehender berichten könnte über die erste Scheealmfahrt mit unserem ersten Begleiter, dem heute in unserer Mitte weilenden Ludwig Chlupaty, wie er nach meinem Absturz vom vereisten Hang eine Windberghütte anzünden wollte, um die Talbewohner zu einer Rettungsaktion anzuregen, während ich, an einem Zerbenbusch hängen geblieben, den Kampf mit dem Bergsturm auf verglastem Steilhang frisch wieder aufgenommen hatte und mit meinen Hautabschürfungen aus dem Nebelgeschwader vor ihm auftauchte, um die gemeinsame Fahrt über Windberg, Großboden und Hinteralm fortzusetzen. Damals gab es weder Unterstand noch eine Markierung auf der Schneealpe. Und als wir uns dann in der Dämmerung verliefen und am Ende der einladenden Mulde, die uns so gastlich aufgenommen hatte, vor senkrechten Wänden standen, an denen Chlupaty etliche Standorte zu entdecken glaubte, sein Seil aus dem Rucksack zog, es zu festigen suchte, im kindlichen Glauben, ich würde mich an diesem Gewände mit ihm abseilen – da kam wohl aus abendlichen Schatten, angesichts der hereinbrechenden eiskalten Winternacht, der Kleinmut an uns herangeschlichen. Aber Chlupaty zeigte sich gefügig. Meiner Aufforderung, aller Ermattung zum Trotz das Seil unverzüglich zu bergen und schleunigst in der Skispur, soferne sie noch sichtig und fühlbar war, zurückzulaufen bis zur falschen Abzweigestelle, hat er sich mit keiner Silbe widersetzt. Und das war unsere Rettung. Wir konnten das „Eiserne Törl“ noch finden und der eisigen Umarmung des Bergwinters entrinnen. Dann rauschten nach den Schlangenwindungen der verharschten „Kaiserstraße“ durch nächtlichen Hochwald zwei Skifahrer zutal, die das Gasthaus „Zur blauen Forelle“ nie zuvor mit gleichem Eifer gesucht hatten. Dort bestätigte uns der Forellenwirt, das und das Abseilen an dieser Stelle rettungslos zum Verderben geworden wäre.“

(Quelle: Gedenkschrift an die Einführung des Skilaufens in den österreichischen Alpenländern, Toni Schruf, Verlag des Verschönerungs- und Fremdenverkehrsvereins Mürzzuschlag, 1930)

Charakteristik:

Stille Gräben und einsame Ebenen: Im Winter zieht die Schneealm nicht unbedingt die Massen an. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass es hier keine bewirtschafteten Stützpunkte in den Wintermonaten gibt. Wer die Ruhe sucht, kann sie hier finden.
Die Skitour auf den Windberg hat alpinen Touch und erfordert Kondition. Bei schlechter Sicht ist die Schneealm nicht zu empfehlen. Das kupierte Gelände bietet kaum Anhaltspunkte. Wind und Wetter können einem auf der Hochfläche ordentlich zusetzen. In den Gräben und Rinnen ist die Lawinengefahr zu beachten.

Ausgangspunkt:

Vom Lurgbauer (Parkmöglichkeiten) aus

Aufstieg:

Vom Lurgbauer aus nordwestlich über den markierten Wanderweg (oder auf der Forststraße in den Steingraben) Richtung „Auf der Öd“. Auf der Öd über markierten Steig weiter via Südwiener Hütterl zum Kohlebner Stand. Weiter auf der Fortstraße Richtung Kampl, Sender, Kutatschhütte und via Stangenmarkierung Richtung Almboden zum Windberg (1.903 m).

Abfahrt:

Variante Grubbichlwald (mittel): Weitgehend lawinensicher, auch nach Neuschneefällen zu machen. Vom Sender kommend Richtung Kampl und steil in östlicher Richtung hinunter durch den Grubbichlwald auf die Forststraße. Entweder anfangs rechtshaltend Forststr. in den Steingraben ausfahren oder durch Wald abkürzen.

Variante Almgraben (leicht): Vom Windberg in südöstlicher Richtung auf den Almboden zu und zur Forstraße (Stangenmarkierungen). Diese entlang Richtung Lurgbauer bis zur Einsattelung und Abzweigung in den Almgraben (Hinweistafel) und Lohmgraben zum Ausgangspunkt. Lawinengefahr droht von allen Seiten.

Variante Blarrergraben (schwer): Vom Windberg je nach Schneelage beliebig ab Richtung Schneealpenhaus. Orogr. links des Schutzhauses setzt ein flacher Graben an. In diesen hinein und bald steil in den Blarrergraben und weiter in den Almgraben und Lohmgraben zum Ausgangspunkt. (Hohe Lawinengefahr im Blarrergraben)

Variante Bierriese (mittel): Vom Windberg je nach Schneelage beliebig ab Richtung Schneealpenhaus. Orogr. links des Schutzhauses setzt ein flacher Graben an. In diesen hinein und nicht steil weiter den Blarrergraben sondern scharf rechts querend Richtung Felswände. Diese entlang in südlicher Richtung bis zum Beginn der Bierriese (Steilrinne). Diese hinab in den Lohmgraben zum Ausgangspunkt. (Lawinengefahr!)

Variante Schafriese (schwer): Kurch nach dem Schneealpenhaus setzt eine markante steile Rinne in südwestlicher Richtung an, in der Mitte durch eine Engstelle (1-2 Meter, je nach Schneelage) geprägt. Nach unten hin phantastisches Kar, am Ende rechtshaltend über Forststr. in den Steingraben zum Ausgangspunkt.

Variante Böser Stieg (schwer): Vom Windberg in südöstlicher Richtung auf den Almboden zu und zur Forststraße (Stangenmarkierungen). Diese entlang Richtung Lurgbauer bis zu einem flachen Graben, der auf einer Seite vom Mooskogel begrenzt wird. Den Graben hinab bis zur Abbruchstelle (Auf Wächten achten! Im Frühjahr oft Randkluft) und den Bösen Stieg anfangs sehr steil hinab in den Almgraben, weiter in den Lohmgraben zum Ausgangspunkt. (Hohe Lawinengefahr!)

Variante Haselsteinwand (mittel): Orogr. links vom Bösen Stieg setzt die markante Haselsteinwand an, mit ihren riesigen Wächten als Markenzeichen. Beliebig einfahren – anfangs steil, bald nachlassend – je nach Schneelage, Lawinengefahr und Wächtensituation. Ab in den Almgraben und Lohmgraben zum Ausgangspunkt.

Anreise mit PKW:

Aus Richtung Wien oder Graz kommend: Über die S6 nach Mürzzuschlag. Bis Kreisverkehr bei Eisenbahnbrücke und Abzweigung Richtung Neuberg a. d. Mürz. Bei Kapellen a. d. Mürz Richtung Altenberg a. d. Rax abzweigen. Kurz nach dem Altenbergerhof nach links zum Lurgbauer (Hinweistafel) abzweigen (Parkmöglichkeit).