Kreuzschober (1.410 m) via Eichhorntal vom Hofbauer

Exkurs:

Fragt man einen Mürzer nach dem Kreuzschober, erntet man mitunter fragende Blicke. Im Prizinip geht man in Mürz auf’s „Kaarl“. Der Name „Kreuzschober“ für den unweit der Kaarlhütte gelegenen Gipfel, spielt im Sprachgebrauch der Mürzzuschlager eine untergeordnete Rolle. „Kaarl“ ist im Übrigen eine Verkleinerungsform von „Kar“.

Das Kaarl war seit jeher beliebt bei Skifahrern. „In zwei Stunden erreichbar, ist es das Nachmittags-Ausflugsziel der guten Fahrer und dementsprechend stark befahren. Schwache Fahrer allerdings finden wenig Genüsse, denn zu jäh fallen die bewaldeten, wenig gegliederten Flanken ins Tal hinab“, schreibt Theodor Hüttenegger in seinem „Wintersport-Führer durch das Mürztal“, Band I, um 1947.

Und kapitale Sterne wurde auch damals schon gerissen: „Auf einer Abfahrt vom Kaarl war unser langer und hagerer Drechslermeister Friedel, der sich auch mit Skierzeugung befaßte, von einer Terrainwelle, die ihn plötzlich überrascht hatte, in voller Fahrt so hoch gehoben worden, daß es ihn im Fluge in das Geäßte eines tieferstehenden Ahornbaumes trug, wo er derart verkeilt festsaß, daß er aus dieser Lage niemals selbst sich hätte befreien können und darob ein klägliches Geschrei anhob, bis wir endlich zurückgefahren kamen um ihn mit brüllendem Lachen aus seiner jämmerlichen und zugleich urkomischen Klemme zu helfen.“(Quelle: Gedenkschrift an die Einführung des Skilaufens in den österreichischen Alpenländern, Toni Schruf, Verlag des Verschönerungs- und Fremdenverkehrsvereins Mürzzuschlag, 1930)

Charakteristik:

In den 80er Jahren war das Kaarl noch eine weitgehend reine Mürzer „Angelegenheit“. Mittlerweile ist das Kaarl der Hausberg der Welt, so scheint es, zumindest an Wochenenden. Von nah und fern strömen die Tourengeher herbei. Die Skitour ist leicht, lawinensicher, sonnig (durch ihre südostseitige Ausrichtung), auch bei Schlechtwetter zu machen, bei Pulverschnee ein Genuß (meist aber bald abgefahren) und die gemütliche Kaarl-Hütte wirkt wie ein Magnet. Der Gipfelhang mutiert schnell zur Buckelpiste.

Ausgangspunkt:

Vom Gehöft Hofbauer

Aufstieg:

Vom Gehöft Hofbauer taleinwärts und bald rechtshaltend aus dem Graben heraus Richtung Seppbauer. Über freie Hänge hinauf und in westlicher Richtung zur Kaarlhütte (zu 99 Prozent ist ohnehin gespurt), in nördlicher Richtung bald zum Kreuzschober.

Abfahrt:

Wie Aufstieg: Über Schneisen, Wiesen und Hänge

Anreise öffentliche Verkehrmittel:

Mit den ÖBB nach Mürzzuschlag

Anreise mit PKW:

Über die S6 nach Mürzzuschlag. Bis zum Kreisverkehr bei der Eisenbahnbrücke und Abzweigung Mariazeller Straße Richtung Neuberg an der Mürz. Bei der ersten Brücke über die Mürz links abbiegen zu den Parkplätzen vor und beim Gehöft Hofbauer. Parkplatzgebühr! An der Zufahrststraße ist das Parken verboten (Schild)!