Stuhleck (1.782 m) – diverse Aufstiege und Abfahrten

Exkurs:

„Was die Rax dem Wiener Kletterer, ist das Stuhleck dem Wiener Skiläufer.“ (Quelle: Wintersport-Führer durch das Mürztal, Band I, Theodor Hüttenegger,
um 1947)

Auf dem Stuhleck wurde Skigeschichte geschrieben. Im Jahr 1890 unternahmen der Mürzzuschlager Hotelier Toni Schruf und der Grazer Sektfabrikant Max Kleinoscheg erste Skiversuche mit aus Norwegen importierten „Schneeschuhen“ auf den Hängen um Mürz und zählten damit zu den ersten Skipionieren in Mitteleuropa. Am 13. Februar 1892 erstiegen Schruf, Kleinoscheg und Walter Wenderich mit Skiern das Stuhleck.

Anekdotisches: „Wir waren vom Stuhleck bei Sturm und Nebel in den „Steinkorb“ geraten und hielten uns der Reihe nach an die falsche Spur eines voreiligen Oberleutnants, die uns über eine der vielen etwa 4 bis 6 m hohen Steinwände führte, über die wir automatisch hinabfielen. Zu unserem größten Erstaunen sahen wir an der Aufsprungstelle einen mit der Gleitfläche nach oben gerichteten Ski liegen, dessen Bindung im Schnee stack. Bei unserem Aufsprung klang es an dieser Stelle so merkwürdig hohl und nachdem etwa der sechste Mann, teils seitlich, teils hinterwärts gelandet war, vernahmen wir plötzlich einen Krach. Wir waren auf die Eisdecke einer Qellenhöhlung gesprungen, die nun zerbrach. Mit einem jauchzenden Fluch schälte sich aus der nun zertrümmerten Decke der vorspurende Oberleutnant, der kopfabwärts, mit einem Ski voraus, in die Höhlung geraten war, die ihn völlig verborgen hielt. Keiner von uns hatte geahnt, das der sichtbare Ski, den wir für einen verlorenen hielten, mit einem Tourengenossen zusammenhänge würde. Wir hatten diese Eisdecke zertrümmert und dadurch den Oberleutnant unabsichtlich aus einer Umklammerung erlöst, die ihn, wäre er allein gewesen, lebendig nicht freigegeben hätte.“
(Quelle: Gedenkschrift an die Einführung des Skilaufens in den österreichischen Alpenländern, Toni Schruf, Verlag des Verschönerungs- und Fremdenverkehrsvereins Mürzzuschlag, 1930)

Ausgangspunkt:

Parkplätze der Stuhleckbahnen

Aufstieg:

Variante: Über die Pisten

Variante Kaltenbachgraben: Vom Parkplatz beim Kaltenbachlift auf der Forststraße taleinwärts und in den Kaltenbachgraben (Forststraße, Sommerweg), zum Karl-Lechner-Haus und auf den Stuhleck-Rücken, zum Gipfel. Sehr beliebte Skitour.

Variante Gaißschlager, Hocheck: Auf der Straße zur Mittelstation der Stuhleckbahnen zweigt eine kurze Straße links steiler bergan (nach einer Kreuzung). Bis zum Ende der Straße und über Wiese zum markierten Wanderweg Richtung Ghf Gaißschlager und Hocheck (1.488 m). Via Hocheck zum Gipfel. Ausgedehnter Aufstieg, ruhige Alternative zum Kaltenbachgraben.

Variante Schwarzriegel: Aus dem Auersbachgraben (Mürzzuschlag). Etwa bei der Zufahrt zum Ghf Schaller einsteigen, unterhalb des Schallerkogels vorbei, und über sanfte Wiesen und Wege über die Schöneben zum Bettelbauer, weiter (durchs Kanonenröhrl) auf die Schwarzriegelalm und zum  Schwarzriegel . Weiter aufs Stuhleck. Still, meist einsamer Anstieg. –  Variante: Am östlichen Rand der Schwarzriegelalm ziehen 3 lahnige Rinnen („Hühnerleiter“) – sehr steil – hinab zur Steinbachalm, von der Steinbachalm aufs Stuhleck.

Variante Fröschnitz: Aus dem Fröschnitzgraben. Auf der Wiese beim Winterer aufwärts gegen das Wiesenende und über Zieh- und Forstwege zum Gipfel. Abfahrt über das Wetterkreuz (1.253 m)

Variante Rettenegg: Aus dem Joglland. Vom Gasthof Ebner (Rettenegg) via Zwieselbauer auf den Schwarzriegel und zum Gipfel.

Variante Pfaffensattel: Gegenüber vom alten Pfaffensattelhaus via Mautstraße oder Sommerweg zum Gipfel (kürzester Zustieg). Abfahrt im Bereich des Aufstiegs oder südlich steil via Steinkorb. Rechtzeitig links halten, zum Pfaffensattel. Lawinös! Obacht auf Wächten!

Abfahrt:

Via Skipisten

Variante Lyragraben: Vom Alois-Günther-Haus nordwärts zum breiten Einfahrtsbereich in den Lyragraben. Via Lyra in den Kaltenbachgraben. Lawinös!